Homelab-Dokumentation und Konfigurationsvorlagen

Dokumentation aus dem Wiki uebernommen und um die Dienste auf dem Server
erweitert. Alle Anleitungen sind so geschrieben, dass sich der jeweilige
Dienst allein daraus neu aufsetzen laesst.

docs/      Dienste im Heimnetz (aus dem Wiki, anonymisiert)
services/  Dienste auf dem Server mit Konfigurationsvorlagen
           - matrix-synapse: Homeserver, Postgres, Well-Known-Delegation
           - coturn:         TURN-Relay fuer Anrufe
           - element-web:    Web-Client
           - wikijs, gitea, nginx

Durchgehend anonymisiert: echte Domain durch example.com ersetzt, IP-Adressen
und E-Mail-Adressen durch Platzhalter. Konfigurationsdateien liegen nur als
.example mit Platzhaltern statt echter Secrets vor.

Die Anleitungen halten die Stolpersteine fest, die beim Aufbau tatsaechlich
aufgetreten sind, unter anderem:
- Synapse verlangt LC_COLLATE=C, sonst startet es nicht
- server_name ist nachtraeglich nicht aenderbar -> Delegation noetig
- register_new_matrix_user liest conf.d nicht, Secret muss per -k kommen
- coturn braucht external-ip, sonst kommen keine Medien durch
- Gruppenmitgliedschaft fuer den Zertifikatszugriff wirkt erst beim Neustart
- nginx vererbt add_header nicht in location-Bloecke mit eigenen Direktiven
This commit is contained in:
x3
2026-08-31 17:56:02 +00:00
commit 4a55944aa8
32 changed files with 1848 additions and 0 deletions
+6
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@@ -0,0 +1,6 @@
# Niemals echte Zugangsdaten oder Schluessel einchecken
*.key
*.pem
*.env
secrets*
!*.example
+64
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@@ -0,0 +1,64 @@
# Homelab
Dokumentation und Konfiguration meines Homelabs. Das Ziel ist, jeden Dienst
allein anhand dieser Unterlagen neu aufsetzen zu können.
## Aufbau
```
homelab/
├── docs/ Beschreibungen und Anleitungen (aus dem Wiki übernommen)
│ ├── uebersicht.md
│ ├── dienste/ Was der jeweilige Dienst macht
│ └── anleitungen/ Schritt für Schritt
└── services/ Dienste auf dem Server, mit Konfigurationsvorlagen
├── matrix-synapse/
├── coturn/
├── element-web/
├── wikijs/
├── gitea/
└── nginx/
```
Der Unterschied: `docs/` beschreibt die Dienste im Heimnetz (laufen unter
Docker/Portainer), `services/` dokumentiert die Dienste auf dem Server, jeweils
mit den zugehörigen Konfigurationsdateien.
## Dienste auf dem Server
| Dienst | Verzeichnis | Zweck |
|---|---|---|
| Matrix (Synapse) | [`services/matrix-synapse/`](services/matrix-synapse/) | Chat-Homeserver |
| coturn | [`services/coturn/`](services/coturn/) | TURN-Relay für Anrufe |
| Element Web | [`services/element-web/`](services/element-web/) | Web-Client für Matrix |
| Wiki.js | [`services/wikijs/`](services/wikijs/) | Wiki |
| Gitea | [`services/gitea/`](services/gitea/) | Git-Hosting |
| nginx | [`services/nginx/`](services/nginx/) | Reverse Proxy, TLS |
## Dienste im Heimnetz
Siehe [`docs/uebersicht.md`](docs/uebersicht.md) Homepage, AdGuard,
Jellyfin/ARR, Paperless, Vaultwarden, Netdata.
## Konventionen
**Alles ist anonymisiert.** Die echte Domain steht nirgends im Repo. Vor dem
Nachbauen zu ersetzen sind:
| Platzhalter | Bedeutung |
|---|---|
| `example.com` | eigene Domain |
| `matrix.example.com` | Subdomain des Matrix-Servers |
| `element.example.com` | Subdomain des Web-Clients |
| `turn.example.com` | Subdomain des TURN-Servers |
| `git.example.com` | Subdomain von Gitea |
| `<IP-ADRESSE>` | konkrete IP-Adresse |
| `HIER-…` | ein einzusetzendes Geheimnis |
**Keine Zugangsdaten im Repo.** Dateien mit echten Werten heißen im Original
z. B. `homelab.yaml`; hier liegt nur `homelab.yaml.example` mit Platzhaltern.
Secrets werden auf dem Server erzeugt und dort gehalten, nicht hier.
**Reihenfolge beim Nachbauen.** Erst nginx und Zertifikate, dann die
Anwendungen. Beim Matrix-Teil zuerst Synapse, dann coturn, dann Element die
späteren Schritte brauchen jeweils Werte aus den früheren.
+23
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@@ -0,0 +1,23 @@
# Dokumentation
Beschreibungen der Dienste im Heimnetz. Sie laufen als Docker-Stacks über
Portainer, jeder Dienst als eigener Stack.
## Übersicht
- [Überblick über das Homelab](uebersicht.md)
## Dienste
| Dienst | Beschreibung | Anleitung |
|---|---|---|
| [Homepage](dienste/homepage.md) | Dashboard über alle Dienste | [Anleitung](anleitungen/homepage.md) |
| [AdGuard](dienste/adguard.md) | Werbe- und Trackerfilter auf DNS-Ebene | [Anleitung](anleitungen/adguard.md) |
| [Jellyfin & ARR](dienste/jellyfin-arr.md) | Medienbibliothek und Automatisierung | [Anleitung](anleitungen/jellyfin-arr.md) |
| [Paperless](dienste/paperless.md) | Digitale Dokumentenablage | [Anleitung](anleitungen/paperless.md) |
| [Vaultwarden](dienste/vaultwarden.md) | Passwortmanager | [Anleitung](anleitungen/vaultwarden.md) |
| [Netdata](dienste/netdata.md) | Systemüberwachung | [Anleitung](anleitungen/netdata.md) |
## Sonstiges
- [Gitea: Projekt hochladen](anleitungen/gitea-projekt-hochladen.md)
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@@ -0,0 +1,11 @@
# Anleitungen
Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu den Diensten im Heimnetz.
- [Homepage](homepage.md)
- [AdGuard](adguard.md)
- [Jellyfin & ARR-Stack](jellyfin-arr.md)
- [Paperless](paperless.md)
- [Vaultwarden](vaultwarden.md)
- [Netdata](netdata.md)
- [Gitea: Projekt hochladen](gitea-projekt-hochladen.md)
+32
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@@ -0,0 +1,32 @@
## AdGuard - Anleitung
**AdGuard** blockt Werbung und Tracker zentral über DNS. So richtest du ihn ein und nutzt ihn im Alltag.
### Aufsetzen unter Portainer
1. Lege in Portainer einen **Stack** mit dem Namen `adguard` an.
2. Füge den AdGuard-Container hinzu. Wichtig ist, dass er einen **DNS-Port** (Standard 53) und ein **Weboberflächen-Port** bereitstellt.
3. Konfiguriere die **Adressen**, auf denen AdGuard laufen soll. Für das gesamte Netz sollte AdGuard auf der Netzwerkadresse erreichbar sein.
4. Starte den Stack und öffne die Weboberfläche, um das Admin-Passwort beim ersten Start zu setzen.
### Einrichtung der Filter
1. Öffne die Weboberfläche von AdGuard.
2. Aktiviere eine oder mehrere **Filterlisten** für Werbung und Tracker. Es gibt öffentliche Listen, die ständig gepflegt werden.
3. Prüfe anschließend in der Statistik-Ansicht, wie viele Anfragen tatsächlich blockiert werden.
### Geräte anbinden
Damit der Schutz greift, müssen die Geräte AdGuard als DNS-Server verwenden:
- Im **Router**: Trage die Adresse von AdGuard als DNS-Server ein. Dann ist das komplette Netz abgedeckt.
- **Pro Gerät**: In den Netzwerkeinstellungen des Geräts die DNS-Adresse manuell setzen.
### Tägliche Nutzung
- Die **Statistik** zeigt blockierte Anfragen und die meistgenutzten Domains.
- In den **Protokollen** sieht man, welche Anfragen blockiert wurden und kann Ausnahmen hinzufügen.
### Stolperfalle
Wenn eine Website nicht mehr richtig lädt, liegt es oft an der DNS-Umleitung. Leere/blockierte Antworten kann man in der Regel per **Ausnahme-Liste (Whitelist)** leicht beheben.
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# Gitea: Projekt hochladen & als „GitHub-Seite“ nutzen
In Gitea (https://git.example.com) lässt sich ein Projekt genauso verwalten wie
auf GitHub: Du legst ein Repository an, pusht lokale Änderungen und nutzt die
README als Projekt-Startseite.
---
## 1. Repository in Gitea anlegen
1. In Gitea einloggen (https://git.example.com).
2. Rechts oben auf das **+** bzw. **Neues Repository** klicken.
3. Werte einstellen:
- **Name:** z. B. `ftptui`
- **Sichtbarkeit:** öffentlich/private (nach Bedarf)
- **README initialisieren:** aktiv (optional)
4. **Repository erstellen** klicken.
Das Repo ist jetzt unter `https://git.example.com/<benutzer>/<name>` erreichbar.
---
## 2. Lokal einrichten & hochladen (Push)
### Variante A: Neues Projekt, bereits existierendes Repo klonen
```bash
git clone https://git.example.com/<benutzer>/<name>.git
cd <name>
# ... Dateien hinzufügen ...
git add -A
git commit -m "Erster Commit"
git push
```
### Variante B: Bestehendes lokales Projekt anbinden
```bash
cd /pfad/zum/projekt
git init
git add -A
git commit -m "Erster Commit"
git branch -M main
git remote add origin https://git.example.com/<benutzer>/<name>.git
git push -u origin main
```
> Aus der `shell`-Umgebung von `example.com` ist das Repo auch per **SSH**
> erreichbar: `<E-MAIL>:<benutzer>/<name>.git`
> (vorher unter **Einstellungen → SSH-Schlüssel** einen öffentlichen Schlüssel hinterlegen).
---
## 3. README als Projekt-Startseite
Die `README.md` im Stammverzeichnis des Repos wird auf der Projektseite in Gitea
automatisch gerendert genau wie die Projektseite bei GitHub. Diese Repo-Seite
folgt dabei **Markdown**.
### README minimal aufbauen
```markdown
# Projektname
> Kurzbeschreibung in einem Satz.
## Funktionsumfang
- ...
## Installation
```bash
pip install .
```
## Verwendung
```bash
projektbefehl
```
## Lizenz
MIT
```
+21
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@@ -0,0 +1,21 @@
## Homepage - Anleitung
Die **Homepage** ist das Dashboard, über das ich alle Dienste im Homelab erreiche. Hier die Kurzanleitung zum Einrichten und Verwenden.
### Aufsetzen unter Portainer
1. Lege in Portainer einen neuen **Stack** an und nenne ihn etwa `homepage`.
2. Füge die Container-Definition für ein Dashboard wie Homepage hinzu. Es reicht ein einzelner Dienst, der die Startseite bereitstellt.
3. Vergib einen **Namen** und einen **Port**, über den die Seite erreichbar ist.
4. Trage die **Adressen der einzelnen Dienste** als Kacheln ein - so werden alle Dienste auf der Startseite sichtbar.
5. Starte den Stack und prüfe, ob die Seite unter der eingegebenen Adresse erreichbar ist.
### Tägliche Nutzung
- **Dienst aufrufen:** Ein Klick auf die Kachel öffnet den jeweiligen Dienst.
- **Status erkennen:** Viele Dashboards zeigen an, ob ein Dienst gerade verfügbar ist oder nicht.
### Tipps zur Wartung
- Nach dem Hinzufügen eines neuen Dienstes im Homelab die Kachel in der Konfiguration ergänzen.
- Die Konfigurationsdatei des Dashboards lässt sich in Portainer direkt im Stack ansehen und anpassen.
+38
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@@ -0,0 +1,38 @@
## Jellyfin & ARR-Stack - Anleitung
Hier geht es um Jellyfin als Media-Server und die Automatisierung mit den "ARR"-Diensten. So baust du den Stack auf und pflegst ihn.
### Aufsetzen unter Portainer
1. Lege in Portainer einen **Stack** an, zum Beispiel `media`.
2. Füge die Dienste hinzu, die du brauchst. Als Grundgerüst sind das:
- **Jellyfin** als Media-Server
- **Sonarr** für Serien, **Radarr** für Filme
- Dazu ein paar Helfer, die Downloads koordinieren und die Dateien sortieren
3. Wichtig: Richte **gemeinsame Ordner** ein (z.B. für Filme, Serien, Downloads), damit alle Dienste auf dieselben Dateien zugreifen. Sonst funktioniert die Automatisierung nicht.
4. Starte den Stack und richte jeden Dienst einmalig über seine Weboberfläche ein (Benutzer, Qualität, Zielordner).
### Die Verbindung der Dienste
Damit das Zusammenspiel läuft, müssen die Dienste miteinander sprechen:
1. Öffne die Weboberfläche von **Sonarr/Radarr**.
2. Trage dort die **Download-Client-Daten** und die **Zielordner** ein.
3. Richte die **Indexer** (Quellen für Filme und Serien) ein.
4. Verbinde Sonarr/Radarr mit deiner **Medienbibliothek** von Jellyfin, damit neue Inhalte automatisch auftauchen.
### Inhalte verwalten
- **Serie hinzufügen:** In Sonarr die Serie suchen und auf "Hinzufügen" klicken. Neue Folgen werden automatisch übernommen.
- **Film hinzufügen:** In Radarr dasselbe für Filme.
- **Bibliothek prüfen:** In Jellyfin erscheinen neue Inhalte nach kurzer Zeit automatisch im richtigen Bereich.
### Wartung
- **Speicherplatz im Auge behalten** - eine umfangreiche Bibliothek braucht schnell viel Platz.
- **Qualität prüfen:** Die ARR-Dienste können ältere, minderwertige Einträge automatisch durch bessere Versionen ersetzen, sobald sie verfügbar sind.
- **Backups:** Ein Backup der Konfiguration der einzelnen Dienste ist sinnvoll, damit du bei einem Neuaufbau nicht alles von vorne einrichtest.
### Typisches Problem und Lösung
*Ein neuer Eintrag taucht nicht in Jellyfin auf.* Meist liegt es an den **Zielordnern** (Pfad-Mapping). Prüfe, ob alle Dienste auf dieselben Ordner zugreifen und die Pfade in Sonarr/Radarr zu den Pfaden in Jellyfin passen.
+32
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@@ -0,0 +1,32 @@
## Netdata - Anleitung
**Netdata** überwacht deine Systeme in Echtzeit. So richtest du es ein und liest die wichtigsten Kennzahlen.
### Aufsetzen unter Portainer
1. Lege in Portainer einen **Stack** mit dem Namen `netdata` an.
2. Füge den Netdata-Container hinzu. Damit er die Systeme sehen kann, muss er Zugriff auf die **Host-System**-Werte bekommen (Prozesse, Netzwerk, Festplatten).
3. Vergib einen **Port** für die Weboberfläche.
4. Starte den Stack und öffne die Webansicht.
### Die Ansicht verstehen
- **Dashboard:** Netdata zeigt eine lange, scrollbare Reihe von Diagrammen für jede Kennzahl.
- **Ein Klick auf ein Diagramm** zoomt hinein und zeigt die Details.
- **Warnungen:** Netdata kann Schwellwerte definieren und eine Meldung zeigen, wenn zum Beispiel die CPU-Last oder der Speicher extrem hoch ist.
### Wichtige Kennzahlen
- **CPU und RAM:** Sieht man schnell, ob ein Dienst das System auslastet.
- **Netzwerk:** Datenverkehr der einzelnen Interfaces.
- **Festplatten:** Auslastung und Zugriffsraten.
- **Applikationen/Container:** Ob ein bestimmter Dienst reagiert und wie viel er verbraucht.
### Als Monitoring für den Alltag
- Nutze die **Alarm-Regeln**, um per Benachrichtigung informiert zu werden, statt ständig selbst zu schauen.
- Wenn du Veränderungen am Homelab machst, siehst du direkt im Dashboard, ob etwas spürbar ansteigt (z.B. mehr Speicher oder CPU).
### Hinweis
Netdata zeigt die Zustände **live** an - es geht hier um den Moment und die letzten Stunden. Für langfristige Verläufe über Wochen oder Monate brauchst du zusätzlich ein eigenes Speichersystem, falls dir das irgendwann wichtig ist.
+36
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@@ -0,0 +1,36 @@
## Paperless - Anleitung
Mit **Paperless** organisierst du Dokumente digital, inklusive automatischer Texterkennung. So richtest du es ein und nutzt es im Alltag.
### Aufsetzen unter Portainer
1. Lege in Portainer einen **Stack** mit dem Namen `paperless` an.
2. Füge den Paperless-Container hinzu. Er benötigt einen **Ordner für eingehende Dokumente** (Consume) und einen für die archivierten Dateien, damit die Ablage sauber getrennt ist.
3. Wichtig: Richte eine **Datenbank** ein (z.B. PostgreSQL), in der Paperless die Metadaten speichert. Die eigentlichen Dokumente liegen in den Datei-Ordnern.
4. Starte den Stack und öffne die Weboberfläche, um dich mit dem Admin-Account anzumelden.
### Dokumente einwerfen
1. Lege ein Dokument (PDF, Scan) in den **Eingangsordner** (Consume-Ordner).
2. Paperless erkennt den Text automatisch (OCR) und sortiert das Dokument in die Ablage ein.
3. Nach kurzer Zeit ist das Dokument in der Oberfläche verfügbar und durchsuchbar.
### Dokumente organisieren
- **Tags vergeben:** Vergib Tags wie "Rechnung", "Vertrag" oder "Kontoauszug", damit du klar filtern kannst.
- **Korrespondenten:** Ordne Dokumente einem Absender zu (z.B. deinem Stromanbieter).
- **Suchen:** Die Volltextsuche findet Dokumente auch nach Textstellen im Inneren.
### Berechtigungen und Zugriff
Bei Paperless lassen sich **Benutzer und Gruppen** einrichten. So können mehrere Personen zugreifen, ohne dass alle Dokumente offen sind:
- Lege Benutzer an und weise ihnen die passenden Rechte zu.
- Dokumente können mit Sicht- und Bearbeitungsrechten versehen werden.
Für "nur zur Sicht" kannst du Benutzer so anlegen, dass sie Dokumente nur **lesen**, aber nicht verändern oder löschen können.
### Wartung
- Achte darauf, dass regelmäßig **Backups** der Datenbank und der Dokumenten-Ordner gemacht werden - Dokumente sind schließlich wertvoll.
- Leere den Eingangsordner nach der Verarbeitung, damit nichts doppelt oder gar nicht verarbeitet wird.
+32
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@@ -0,0 +1,32 @@
## Vaultwarden - Anleitung
**Vaultwarden** ist dein eigener Passwortmanager auf deiner Hardware. So richtest du ihn ein und nutzt ihn sicher.
### Aufsetzen unter Portainer
1. Lege in Portainer einen **Stack** mit dem Namen `vaultwarden` an.
2. Füge den Vaultwarden-Container hinzu. Er braucht ein **Datenverzeichnis**, in dem die verschlüsselte Datenbank und die Schlüssel abgelegt werden.
3. Vergib einen **Zugang über HTTPS**, damit die Verbindung verschlüsselt ist (z.B. über einen Reverse Proxy wie Nginx). Ein Passwortmanager sollte niemals unverschlüsselt über das Netz erreichbar sein.
4. Starte den Stack und öffne die Weboberfläche.
### Erste Schritte
1. **Registrierung öffnen:** Beim ersten Aufruf kannst du einen Administrator-Account anlegen. Dieser Account ist ausschließlich für die Verwaltung gedacht.
2. **Admin-Bereich schon schützen:** In der Konfiguration kann ein separates Admin-Token gesetzt werden. Aktiviere das, damit nicht jeder die Verwaltung öffnen kann.
3. **Registrierung nach Einrichtung deaktivieren:** Sobald alle Benutzer angelegt sind, die Registrierung in der Konfiguration ausschalten, damit keine fremden Accounts entstehen können.
### Tägliche Nutzung
- **Passwörter speichern:** Lege Einträge für Logins, Notizen oder Karten an.
- **Passwortgenerator:** Direkt in Vaultwarden starke, einzigartige Passwörter erzeugen lassen.
- **Browser und Handy:** Mit der passenden App oder Browser-Erweiterung greifst du von überall auf deinen Tresor zu.
### Sicherheitsempfehlungen
- **Starkes Hauptpasswort:** Es schützt den gesamten Tresor - wähle es mit Bedacht.
- **Backups:** Der Datenordner enthält deinen gesamten Tresor. Sichere ihn regelmäßig, damit du bei einem Ausfall nichts verlierst.
- **2-Faktor-Authentifizierung** (falls gewünscht) für den Bereich nutzen, in dem sensible Daten liegen.
### Stolperfalle
Wenn sich die App nicht verbinden kann, liegt es fast immer an der **erzwungenen HTTPS-Verbindung** oder an einem falsch konfigurierten Reverse Proxy. Prüfe hier zuerst, bevor du woanders suchst.
+20
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@@ -0,0 +1,20 @@
## AdGuard - Werbeblocker auf DNS-Ebene
**AdGuard** kümmert sich um ein ziemlich nerviges Thema: Werbung und Tracker. Statt auf jedem einzelnen Gerät eine App zu installieren, blockt AdGuard die Werbung zentral - direkt auf der DNS-Ebene im gesamten Heimnetzwerk.
### Wie funktioniert das?
Das Prinzip ist simpel und elegant: Jedes Gerät im Netz fragt beim Surfen einen DNS-Server, welche IP-Adresse hinter einer Domain steckt. AdGuard beantwortet diese Anfragen selbst und gibt für bekannte Werbe- und Tracker-Adressen einfach *nichts* zurück beziehungsweise eine leere Antwort. Das Werbe-Panel wird so instinktiv gar nicht erst geladen.
Dadurch ist der Schutz für **alle Geräte im Netz** aktiv - egal ob Handy, Laptop, Tablet oder Smart-TV. Auf den einzelnen Geräten muss nichts installiert werden.
### Vorteile für mich
- **Weniger Werbung** - viele Webseiten und Apps werden deutlich ruhiger
- **Mehr Privatsphäre** - Tracker, die mein Verhalten verfolgen, werden blockiert
- **Schutz für alle Geräte** - zentrale Lösung statt Einzelinstallationen
- **Schnelleres Surfen** - viele unnötige Werbeinhalte werden gar nicht erst geladen
### Datenschutz
Dabei bleibt der Datenfluss übersichtlich: Alles läuft innerhalb meines eigenen Netzes. Ich habe die volle Kontrolle darüber, welche Domains blockiert werden und welche nicht.
+17
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@@ -0,0 +1,17 @@
## Homepage - Das Dashboard
Die **Homepage** ist meine persönliche Startseite beziehungsweise das Dashboard im Homelab. Sie sammelt alle wichtigen Dienste an einem Ort, sodass ich nicht jedes Mal die IP-Adresse oder den Port eines Dienstes eingeben muss.
Es ist im Grunde eine ziemlich aufgeräumte Link-Sammlung mit einer schönen Oberfläche. Man klickt sich nicht durch komplizierte Menüs, sondern sieht direkt alle Kacheln der Dienste, die in meinem Netz stecken.
### Was ich daran mag
- **Alles an einem Ort** - die wichtigen Dienste sind mit einem Klick erreichbar
- **Sauber und schnell** - die Seite ist leichtgewichtig, keine unnötige Schwere
- **Flexibel** - neue Dienste lassen sich einfach als Kachel ergänzen
### Technisch gesehen
Die Homepage läuft als Container über einen eigenen Stack in Portainer. Sie spricht die anderen Dienste direkt an und zeigt je nach Konfiguration auch den Status an, ob ein Dienst gerade verfügbar ist.
Für mich ist die Homepage der natürliche Einstiegspunkt: Rufe ich im Browser die Seite auf, habe ich mein ganzes Homelab auf einen Blick.
+23
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@@ -0,0 +1,23 @@
## Jellyfin & der ARR-Stack - Eigene Medienbibliothek
Hier geht es um mein Herzstück für Filme und Serien. Ich betreibe **Jellyfin** als Media-Server und darüber einiges an Automatisierung, das man im Selbst-Hosting-Sprech den **ARR-Stack** nennt.
### Jellyfin - Der Media-Server
**Jellyfin** ist meine eigene Streaming-Plattform. Dort verwalte ich meine Film- und Seriensammlung, und ich kann auf alles von unterwegs oder im Wohnzimmer zugreifen. Das Tolle an Jellyfin: Es ist komplett kostenlos und Open Source - ich bin nicht von einem Anbieter abhängig, der mir irgendwann plötzlich Limitierungen aufdrückt.
Wichtig ist mir, dass alles **mir gehört**. Ich entscheide, was in der Bibliothek liegt, und niemand kann sie mir wegnehmen.
### Der ARR-Stack - Die Automatisierung dahinter
Der Name "ARR" kommt von den einzelnen Diensten, die alle auf "-arr" enden. Das sind die Helfer im Hintergrund:
- **Sonarr** - kümmert sich um **Serien**: verfolgt, was ich schauen will, und lädt neue Folgen automatisch, sobald sie verfügbar sind
- **Radarr** - macht dasselbe für **Filme**
- Dazu kommen weitere Helfer-Dienste, die das Ganze koordinieren, die Qualität kontrollieren und alles sauber benennen und einsortieren
Zusammenspiel in der Praxis: Ich sage dem Stack einmal, welche Serie mich interessiert - und der Rest passiert automatisch. Neue Folgen werden gefunden, heruntergeladen und landen sortiert in der Bibliothek, wo Jellyfin sie mir im schicken Layout präsentiert.
### Technisches Setup
Die ganze Sache läuft als **ein zusammenhängender Stack** in Portainer. Die einzelnen Dienste arbeiten über gemeinsame Ordner zusammen, damit nichts doppelt gelagert wird und Jellyfin immer auf die fertigen Dateien zugreifen kann.
+26
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@@ -0,0 +1,26 @@
## Netdata - Laufende Überwachung
**Netdata** ist mein digitales Frühwarnsystem. Es überwacht die Systeme in meinem Homelab rund um die Uhr und zeigt mir in Echtzeit, was gerade auf meinen Servern passiert.
### Was Netdata beobachtet
Die Überwachung geht ziemlich ins Detail. Netdata schaut sich unter anderem an:
- **Auslastung** - wie stark arbeiten die Prozessoren, wie viel Speicher ist belegt
- **Temperatur und Gesundheit** - ob die Hardware an ihre Grenzen stößt
- **Netzwerk** - wie viel Datenverkehr läuft, ob alles flüssig funktioniert
- **Einzelne Dienste** - ob die Container und Anwendungen sauber laufen
### Warum ich das brauche
Ich möchte nicht erst dann von einem Problem erfahren, wenn etwas schon nicht mehr funktioniert. Netdata gibt mir frühzeitig ein Gefühl dafür, ob etwas aus dem Ruder läuft:
- **Probleme früh erkennen** - bevor sie zu Ausfällen werden
- **Anschauliche Diagramme** - auf einen Blick sehen, was gerade los ist
- **Ein zentraler Blick** - die wichtigen Kennzahlen meiner Systeme an einer Stelle
### Echtzeit statt Vermutungen
Besonders gefällt mir, dass Netdata in **Echtzeit** arbeitet. Ich muss nicht auf Berichte warten oder irgendwas aktualisieren - ich öffne die Ansicht und sehe den aktuellen Zustand live. Wenn ich merke, dass ein Dienst nicht mehr reagiert oder ein System ungewöhnlich stark beansprucht wird, springe ich sofort ein.
Damit ist Netdata der stille Wächter meines Homelabs - er schaut einfach zu und macht mich aufmerksam, wenn etwas Aufmerksamkeit verdient.
+23
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@@ -0,0 +1,23 @@
## Paperless - Digitale Dokumentenablage
**Paperless** ist meine digitale Lösung gegen den Papierkram-Berg. Es ist ein System zur Verwaltung von Dokumenten, mit dem ich Briefe, Rechnungen, Verträge und Belege einfach digital organisiere.
### Das Grundprinzip
Das Herzstück von Paperless ist die **automatische Texterkennung** (OCR). Ich kann ein eingescanntes Dokument oder ein PDF hineinwerfen, und Paperless liest den Text automatisch aus. Dadurch lassen sich die Dokumente später stichwortartig durchsuchen - ich muss nicht mehr krampfhaft nach "wie hieß doch gleich diese Rechnung" suchen.
### So organisiere ich meine Dokumente
- **Verschlagwortung** - Dokumente bekommen Tags und Kategorien, damit ich sie schnell wiederfinde
- **Suchen statt wühlen** - Jede Suche findet das Dokument in Sekundenschnelle, auch wenn ich nur einen Bruchteil des Inhalts kenne
- **Saubere Struktur** - Die Dokumente liegen übersichtlich sortiert und nicht mehr in irgendwelchen Ordnern verstreut
### Warum mir das wichtig ist
Ich hab genug von Papierstapeln, in denen ich mühsam etwas suchen muss. Mit Paperless habe ich alles im Griff:
- **Alle Belege an einem Ort** - nichts geht mehr verloren
- **Schnell auffindbar** - durch die Texterkennung ist jedes Dokument auffindbar
- **Sicher abgelegt** - die Dokumente liegen auf meinen eigenen Systemen
Paperless läuft als eigener Stack unter Portainer und ist damit ein Baustein meines Homelabs, der mir viel Chaos im Alltag erspart.
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@@ -0,0 +1,21 @@
## Vaultwarden - Der eigene Passwortmanager
**Vaultwarden** ist mein privater Passwortmanager. Er ist eine kompatible, ressourcenschonende Alternative zu einigen der bekannten kommerziellen Passwortmanager-Dienste - nur eben komplett bei mir zu Hause auf meiner eigenen Hardware.
### Warum ein eigener Passwortmanager?
Ganz ehrlich: Wer sich Passwörter merken oder die gleichen überall verwenden will, ist irgendwann am Ende der Fahnenstange. Ein Passwortmanager löst das Problem, indem er für jede Seite ein eigenes, starkes Passwort generiert und verwaltet.
Ich muss mir nur noch **ein einziges Hauptpasswort** merken - den Rest übernimmt Vaultwarden.
### Der große Vorteil hier
Der entscheidende Punkt: **Die Daten bleiben bei mir.** Mein Passwort-Tresor liegt auf meiner eigenen Hardware und nicht bei einem externen Anbieter. Ich habe die volle Kontrolle darüber, wo meine Passwörter gespeichert sind.
- **Starke Passwörter** - automatisch generiert, für jeden Dienst ein eigenes
- **Zentral verwaltet** - alle Zugangsdaten an einem sicheren Ort
- **Selbst kontrolliert** - die Daten liegen in meiner Infrastruktur
### Sicherheit
Sicherheit endet natürlich nicht beim Speicherort. Der Tresor ist verschlüsselt und durch das Hauptpasswort geschützt. Weil alles auf meinen eigenen Systemen läuft, entscheide ich selbst über Backups und Schutzkonzepte - und ich weiß genau, was mit meinen Daten passiert.
+32
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@@ -0,0 +1,32 @@
## Willkommen im Homelab
Dieses Wiki dokumentiert mein kleines Homelab. Hier laufen ein paar Dienste, die mir das tägliche Leben erleichtern - vom Passwortmanager bis zur eigenen Medienbibliothek.
Alles läuft über **Portainer**, das ist meine Docker-Verwaltungszentrale. Jeder Dienst läuft als eigener *Stack*, damit nichts durcheinanderkommt und einzelne Teile einfach neu aufgebaut oder ausgetauscht werden können.
## Was hier so läuft
| Dienst | Was er macht |
|---|---|
| [Homepage](homepage.md) | Das Dashboard - alle anderen Dienste auf einen Blick |
| [AdGuard](adguard.md) | Blockt Werbung und Tracker auf DNS-Ebene |
| [Jellyfin & ARR-Stack](jellyfin-arr.md) | Eigene Film- und Seriensammlung plus Automatisierung |
| [Paperless](paperless.md) | Digitale Dokumentenablage - nie wieder Papierkram |
| [Vaultwarden](vaultwarden.md) | Der eigene Passwortmanager |
| [Netdata](netdata.md) | Laufende Überwachung der Systeme |
## Ein paar Gedanken zum Aufbau
Ich verfolge mit dem Homelab eine einfache Idee: Die eigenen Dienste sollen laufen, ohne dass ich mich ständig um sie kümmern muss. Deshalb ist alles so aufgebaut, dass es robust und übersichtlich bleibt:
- **Ein zentraler Zugang** über Homepage - ich muss mir keine IPs und Ports merken
- **AdGuard auf DNS-Ebene** - der ganze Haushalt ist automatisch geschützt
- **Monitoring mit Netdata** - ich sehe sofort, wenn etwas klemmt
Zu jedem Dienst gibt es eine eigene Seite mit mehr Details. Schau dich einfach um!
### Anleitungen
Zu jedem Dienst gibt es auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: [Zu den Anleitungen](../anleitungen/README.md)
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@@ -0,0 +1,240 @@
# TURN-Server (coturn)
TURN-Relay für Sprach- und Videoanrufe in Matrix/Element.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Software | `coturn` |
| Öffentlich | `turn.example.com` |
| Ports | 3478 TCP/UDP (STUN/TURN), 5349 TCP/UDP (TURNS), 4915265535 UDP (Relay) |
| Authentifizierung | Zeitbegrenzt über gemeinsames Secret |
## Wozu überhaupt?
WebRTC verbindet zwei Teilnehmer möglichst direkt. Sitzen beide hinter NAT
oder einer restriktiven Firewall, klappt das nicht der Anruf klingelt, aber
es kommt kein Ton an. Der TURN-Server leitet den Medienstrom dann weiter.
Er ist damit ein **Relay für fremden Datenverkehr**. Ohne Absicherung ist das
ein offener Proxy, mit dem sich das interne Netz des Servers erreichen lässt.
Der Abschnitt „Absicherung“ unten ist deshalb nicht optional.
## Kein festes Passwort
coturn und Synapse teilen sich ein Secret (`static-auth-secret` bzw.
`turn_shared_secret`). Fragt ein Client Zugangsdaten an, erzeugt Synapse daraus
per HMAC ein kurzlebiges Paar:
- Benutzername: `<ablaufzeitpunkt>:<benutzer-id>`
- Passwort: HMAC-SHA1 über den Benutzernamen mit dem Secret, Base64-kodiert
coturn rechnet dasselbe nach. Es gibt also **keine angelegten Benutzer** beide
Seiten müssen nur exakt dasselbe Secret kennen.
## 1. Installation
```bash
sudo apt-get install -y coturn
# Das Debian-Paket startet ohne diesen Schalter nicht.
sudo sed -i 's/^#\?TURNSERVER_ENABLED=.*/TURNSERVER_ENABLED=1/' /etc/default/coturn
```
## 2. Secret erzeugen
```bash
openssl rand -hex 32
```
Derselbe Wert muss in `/etc/turnserver.conf` (`static-auth-secret`) **und** in
der Synapse-Konfiguration (`turn_shared_secret`) stehen.
## 3. Konfiguration
`turnserver.conf.example` nach `/etc/turnserver.conf` kopieren und anpassen:
```bash
sudo cp turnserver.conf.example /etc/turnserver.conf
sudo chown root:turnserver /etc/turnserver.conf
sudo chmod 640 /etc/turnserver.conf
```
Zwingend zu ersetzen:
- `static-auth-secret` der oben erzeugte Wert
- `external-ip` die **öffentliche** IP des Servers
- `realm` / `server-name` die eigene Domain
### external-ip nicht vergessen
Ohne `external-ip` kündigt coturn hinter NAT seine private Adresse als
Relay-Kandidat an. Der Anruf baut sich dann scheinbar auf, aber es fließen keine
Medien. Zu ermitteln mit:
```bash
curl -s -4 ifconfig.me
```
## 4. Zertifikat lesbar machen
`turns:` auf Port 5349 braucht Zertifikat und Key. coturn läuft als Benutzer
`turnserver` und kommt an Let's-Encrypt-Material standardmäßig nicht heran.
Statt die Rechte global aufzuweichen, eine eigene Gruppe verwenden:
```bash
sudo groupadd -f ssl-cert
sudo usermod -aG ssl-cert turnserver
sudo chgrp -R ssl-cert /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive
sudo chmod -R g+rX /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive
sudo find /etc/letsencrypt/archive -name 'privkey*.pem' -exec chmod 640 {} \;
```
> Gruppenmitgliedschaften greifen erst beim **Start eines Prozesses**. Läuft
> coturn schon, ist danach ein `systemctl restart coturn` nötig ein `reload`
> reicht nicht.
Prüfen, ob es wirklich klappt:
```bash
sudo -u turnserver head -c 30 /etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/privkey.pem
```
### Erneuerung berücksichtigen
coturn liest das Zertifikat nur beim Start. Nach einer Erneuerung würde es mit
dem alten weiterarbeiten, bis es irgendwann abläuft. Deshalb ein Deploy-Hook
nach `/etc/letsencrypt/renewal-hooks/deploy/10-reload-services.sh`:
```sh
#!/bin/sh
set -e
chgrp -R ssl-cert /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive || true
chmod -R g+rX /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive || true
find /etc/letsencrypt/archive -name 'privkey*.pem' -exec chmod 640 {} \; || true
systemctl reload nginx || true
systemctl restart coturn || true
```
Ausführbar machen: `sudo chmod +x …/10-reload-services.sh`
## 5. Absicherung
Die `denied-peer-ip`-Zeilen in der Beispielkonfiguration sperren alle privaten
und reservierten Netze. **Ohne sie kann jeder, der Zugangsdaten bekommt, über
den TURN-Server auf `localhost` und das interne Netz zugreifen** inklusive
Diensten, die nur lokal lauschen.
Weitere gesetzte Schalter:
| Schalter | Wirkung |
|---|---|
| `no-tcp-relay` | Kein TCP-Relay (RFC 6062). WebRTC braucht es nicht. |
| `no-multicast-peers` | Kein Relay an Multicast-Adressen |
| `no-cli` | Telnet-Verwaltungsschnittstelle aus |
| `no-tlsv1`, `no-tlsv1_1`, `no-sslv3` | Veraltete Protokolle aus |
| `user-quota`, `total-quota` | Begrenzt den Missbrauch |
## 6. Start und Prüfung
```bash
sudo systemctl enable --now coturn
sudo systemctl status coturn
```
Lauschen sollte er auf beiden Ports:
```bash
ss -tuln | grep -E '3478|5349'
```
Im Log darf **nicht** stehen „cannot start TLS and DTLS listeners“. Das heißt,
dass coturn das Zertifikat nicht lesen kann:
```bash
sudo journalctl -u coturn | grep -iE 'certificate|private key|TLS'
```
### Relay tatsächlich testen
Ein Blick auf offene Ports genügt nicht erst eine echte Allocation beweist,
dass Authentifizierung und Relay funktionieren. Zugangsdaten selbst berechnen:
```bash
python3 - 'HIER-DAS-TURN-SECRET' <<'PY'
import hashlib, hmac, base64, time, sys
secret = sys.argv[1]
user = f"{int(time.time()) + 3600}:testuser"
pw = base64.b64encode(
hmac.new(secret.encode(), user.encode(), hashlib.sha1).digest()).decode()
print(user); print(pw)
PY
```
Damit eine Allocation anfordern:
```bash
turnutils_uclient -u '<benutzername>' -w '<passwort>' -y -n 2 turn.example.com -p 3478
```
Erfolg sieht so aus gleich viele gesendete und empfangene Nachrichten, keine
verlorenen Pakete:
```
start_mclient: tot_send_msgs=8, tot_recv_msgs=8
Total lost packets 0 (0.000000%)
```
Gegenprobe mit falschem Passwort muss `Cannot complete Allocation` liefern.
> `turnutils_uclient -T …` schlägt mit `error 442` fehl. Das ist **kein**
> Fehler: `-T` fordert ein TCP-Relay an, das per `no-tcp-relay` gesperrt ist.
TLS-Listener separat prüfen:
```bash
openssl s_client -connect turn.example.com:5349 -servername turn.example.com </dev/null
```
Der Domainname muss im Zertifikat stehen:
```bash
openssl s_client -connect turn.example.com:5349 </dev/null 2>/dev/null \
| openssl x509 -noout -ext subjectAltName
```
## 7. Verbindung zu Synapse
In `/etc/matrix-synapse/conf.d/homelab.yaml` stehen `turn_uris` und
`turn_shared_secret`. Nach dem Neustart lässt sich prüfen, was ein Client
wirklich ausgeliefert bekommt:
```bash
curl -s -H "Authorization: Bearer <access-token>" \
https://matrix.example.com/_matrix/client/v3/voip/turnServer
```
Die zurückgegebenen Zugangsdaten sollten mit `turnutils_uclient` funktionieren
das ist der eigentliche Ende-zu-Ende-Nachweis.
## Firewall
Freizugeben sind:
- 3478 TCP **und** UDP
- 5349 TCP **und** UDP
- 4915265535 UDP (Relay-Bereich)
Der Relay-Bereich wird oft vergessen. Ohne ihn kommt die Allocation zustande,
aber es fließen keine Medien.
## Stolpersteine
| Symptom | Ursache |
|---|---|
| Port 5349 fehlt, Log meldet „certificate file is not set properly“ | `turnserver` darf den Key nicht lesen, oder Dienst lief schon vor der Gruppenänderung |
| Anruf klingelt, kein Ton/Bild | `external-ip` fehlt oder Relay-Ports gesperrt |
| `error 442` im Test | `-T` verwendet; TCP-Relay ist absichtlich aus |
| Authentifizierung schlägt fehl | Secret in coturn und Synapse verschieden |
| Nach Zertifikatserneuerung bricht TURNS ab | Deploy-Hook fehlt |
+62
View File
@@ -0,0 +1,62 @@
# ===========================================================================
# coturn fuer Matrix/Element-Anrufe (turn.example.com)
# ===========================================================================
listening-port=3478
tls-listening-port=5349
# Auf allen Adressen lauschen, aber die oeffentliche IP in Kandidaten melden.
# Ohne external-ip kuendigt der Server hinter NAT die private IP an und
# Verbindungen scheitern.
external-ip=HIER-DIE-OEFFENTLICHE-IP
realm=example.com
server-name=turn.example.com
# Zeitbegrenzte Anmeldedaten. Synapse leitet daraus mit demselben Secret
# kurzlebige Zugangsdaten fuer die Clients ab -- es gibt keine festen Nutzer.
use-auth-secret
static-auth-secret=HIER-DAS-TURN-SECRET
# TLS-Material (SAN turn.example.com liegt im Matrix-Zertifikat)
cert=/etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/fullchain.pem
pkey=/etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/privkey.pem
# Veraltete/schwache Verfahren abschalten
no-tlsv1
no-tlsv1_1
no-sslv3
fingerprint
# Relay-Portbereich
min-port=49152
max-port=65535
# --------------------------- Absicherung ----------------------------------
# Ohne diese Sperren laesst sich der TURN-Server als Sprungbrett in das
# eigene interne Netz und auf localhost missbrauchen.
no-multicast-peers
no-cli
no-tcp-relay
denied-peer-ip=0.0.0.0-0.255.255.255
denied-peer-ip=10.0.0.0-10.255.255.255
denied-peer-ip=100.64.0.0-100.127.255.255
denied-peer-ip=127.0.0.0-127.255.255.255
denied-peer-ip=169.254.0.0-169.254.255.255
denied-peer-ip=172.16.0.0-172.31.255.255
denied-peer-ip=192.0.0.0-192.0.0.255
denied-peer-ip=192.168.0.0-192.168.255.255
denied-peer-ip=198.18.0.0-198.19.255.255
denied-peer-ip=240.0.0.0-255.255.255.255
denied-peer-ip=::1
denied-peer-ip=64:ff9b::-64:ff9b::ffff:ffff
denied-peer-ip=::ffff:0.0.0.0-::ffff:255.255.255.255
denied-peer-ip=fc00::-fdff:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff
denied-peer-ip=fe80::-febf:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff:ffff
# Missbrauch begrenzen
user-quota=12
total-quota=1200
syslog
+141
View File
@@ -0,0 +1,141 @@
# Element Web
Web-Client für den eigenen Matrix-Server, ausgeliefert als statische Dateien
über nginx.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Software | `element-web` (Release-Tarball) |
| Öffentlich | `https://element.example.com` |
| Verzeichnis | `/var/www/element` |
## Warum eine eigene Domain?
Element **darf nicht** unter derselben Domain laufen wie die Client-API des
Homeservers. Beide teilen sich sonst denselben Origin, und eine Schwachstelle im
Client könnte direkt auf die API zugreifen. Deshalb:
- `matrix.example.com` → nur Synapse
- `element.example.com` → nur der Web-Client
## 1. Herunterladen und Signatur prüfen
```bash
VER=$(curl -s https://api.github.com/repos/element-hq/element-web/releases/latest \
| python3 -c "import json,sys; print(json.load(sys.stdin)['tag_name'])")
echo "$VER"
curl -fLO "https://github.com/element-hq/element-web/releases/download/${VER}/element-${VER}.tar.gz"
curl -fLO "https://github.com/element-hq/element-web/releases/download/${VER}/element-${VER}.tar.gz.asc"
```
Die Signatur zu prüfen ist hier keine Formsache: das Paket läuft später im
Browser mit vollem Zugriff auf die Sitzung.
```bash
curl -fsSL -o element-release-key.gpg https://packages.element.io/element-release-key.gpg
gpg --import element-release-key.gpg
gpg --verify element-${VER}.tar.gz.asc element-${VER}.tar.gz
```
Erwartet wird `Good signature from "Element Releases <releases@riot.im>"` mit dem
Fingerprint `712B FBEE 92DC A452 52DB 17D7 C7BE 97EF A179 B100`.
Die Meldung „This key is not certified with a trusted signature“ ist dabei
normal sie besagt nur, dass der Schlüssel lokal nicht als vertrauenswürdig
markiert wurde. Entscheidend ist, dass der Fingerprint stimmt.
## 2. Ausrollen
```bash
sudo tar xzf element-${VER}.tar.gz -C /var/www
sudo rm -rf /var/www/element
sudo mv /var/www/element-${VER} /var/www/element
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/element
```
## 3. Konfiguration
`config.json.example` nach `/var/www/element/config.json` kopieren und anpassen.
Wichtig ist der Unterschied der beiden Felder:
- `base_url` → wo die API tatsächlich liegt (`https://matrix.example.com`)
- `server_name` → was dem Benutzer angezeigt wird (`example.com`)
```json
{
"default_server_config": {
"m.homeserver": {
"base_url": "https://matrix.example.com",
"server_name": "example.com"
}
},
"disable_guests": true
}
```
## 4. nginx
`nginx/element.example.com.conf` und `nginx/element-security.conf` kopieren:
```bash
sudo cp nginx/element-security.conf /etc/nginx/snippets/
sudo cp nginx/element.example.com.conf /etc/nginx/sites-available/
sudo ln -s /etc/nginx/sites-available/element.example.com.conf /etc/nginx/sites-enabled/
sudo nginx -t && sudo systemctl reload nginx
```
### Zwei Fallstricke in der nginx-Konfiguration
**Caching.** `index.html`, `config.json` und `version` dürfen nicht dauerhaft
gecacht werden. Sonst zeigt der Browser nach einem Update weiter die alte
Version oder alte Serverdaten. Die Dateien unter `/bundles/` tragen dagegen
einen Hash im Namen und dürfen unbegrenzt gecacht werden.
**Header-Vererbung.** nginx vererbt `add_header` **nicht**, sobald ein
`location`-Block eigene `add_header`-Direktiven enthält. Da `location /` per
`try_files` auf `/index.html` verweist und dieser Block ein eigenes
`Cache-Control` setzt, würden die Sicherheitsheader dort stillschweigend
verschwinden. Deshalb liegen sie in einem Snippet, das in **jedem** betroffenen
Block eingebunden wird.
Kontrolle:
```bash
curl -s -o /dev/null -D - https://element.example.com/ | grep -iE '^x-|^strict|^referrer'
```
Es müssen `x-frame-options`, `x-content-type-options`, `referrer-policy` und
`strict-transport-security` auftauchen.
## 5. Prüfung
```bash
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code}\n" https://element.example.com/
curl -s https://element.example.com/version
curl -s https://element.example.com/config.json
```
Danach im Browser öffnen und mit einem Konto anmelden. Der Anmeldedialog sollte
`example.com` als Server anzeigen, nicht `matrix.example.com`.
## Aktualisieren
Element ist rein statisch ein Update ist ein Austausch des Verzeichnisses.
Die `config.json` liegt im Verzeichnis und muss dabei gesichert werden:
```bash
sudo cp /var/www/element/config.json /tmp/element-config.json
# ... neue Version wie oben entpacken ...
sudo cp /tmp/element-config.json /var/www/element/config.json
sudo chown -R www-data:www-data /var/www/element
```
## Stolpersteine
| Symptom | Ursache |
|---|---|
| Nach Update alte Version im Browser | `index.html`/`version` wurden gecacht |
| Sicherheitsheader fehlen | `add_header`-Vererbung durch eigenen `location`-Block gekippt |
| Anmeldung zeigt falschen Servernamen | `server_name` in `config.json` falsch |
| Konfiguration nach Update weg | `config.json` liegt im ausgetauschten Verzeichnis |
+20
View File
@@ -0,0 +1,20 @@
{
"default_server_config": {
"m.homeserver": {
"base_url": "https://matrix.example.com",
"server_name": "example.com"
}
},
"brand": "Element",
"default_country_code": "DE",
"disable_custom_urls": false,
"disable_guests": true,
"disable_3pid_login": true,
"show_labs_settings": true,
"room_directory": {
"servers": ["example.com"]
},
"setting_defaults": {
"use_system_theme": false
}
}
@@ -0,0 +1,7 @@
# Sicherheitsheader fuer Element. Muss in JEDEN location-Block eingebunden
# werden, der selbst add_header verwendet: nginx vererbt add_header nicht,
# sobald ein Block eigene Direktiven setzt.
add_header X-Frame-Options SAMEORIGIN always;
add_header X-Content-Type-Options nosniff always;
add_header Referrer-Policy no-referrer always;
add_header Strict-Transport-Security "max-age=31536000" always;
@@ -0,0 +1,51 @@
server {
listen 80;
listen [::]:80;
server_name element.example.com;
location /.well-known/acme-challenge/ { root /var/www/html; }
location / { return 301 https://$host$request_uri; }
}
server {
listen 443 ssl;
listen [::]:443 ssl;
http2 on;
server_name element.example.com;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/privkey.pem;
include /etc/letsencrypt/options-ssl-nginx.conf;
ssl_dhparam /etc/letsencrypt/ssl-dhparams.pem;
root /var/www/element;
index index.html;
# Element laedt Raum-Inhalte in Iframes/Worker; diese Header sind die
# von Element empfohlene Mindestabsicherung.
include /etc/nginx/snippets/element-security.conf;
# config.json und index.html duerfen nicht dauerhaft gecacht werden,
# sonst zeigen Clients nach einem Update alte Serverdaten.
location = /config.json {
include /etc/nginx/snippets/element-security.conf;
add_header Cache-Control "no-cache" always;
}
location = /index.html {
include /etc/nginx/snippets/element-security.conf;
add_header Cache-Control "no-cache" always;
}
location = /version {
include /etc/nginx/snippets/element-security.conf;
add_header Cache-Control "no-cache" always;
}
# Gehashte Bundle-Dateien sind unveraenderlich.
location /bundles/ {
include /etc/nginx/snippets/element-security.conf;
add_header Cache-Control "public, max-age=31536000, immutable" always;
}
location / {
try_files $uri $uri/ /index.html;
}
}
+148
View File
@@ -0,0 +1,148 @@
# Gitea
Selbstgehostetes Git-Hosting.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Software | Gitea (Binary nach `/usr/local/bin/gitea`) |
| Öffentlich | `https://git.example.com` |
| Interner Port | `127.0.0.1:3001` |
| Datenbank | SQLite (`/var/lib/gitea/data/gitea.db`) |
| Dienstbenutzer | `git` |
## 1. Benutzer und Verzeichnisse
```bash
sudo adduser --system --shell /bin/bash --gecos 'Gitea' \
--group --disabled-password --home /home/git git
sudo mkdir -p /var/lib/gitea/{custom,data,log} /etc/gitea
sudo chown -R git:git /var/lib/gitea
sudo chmod 750 /var/lib/gitea
# Waehrend der Ersteinrichtung muss Gitea in /etc/gitea schreiben duerfen.
sudo chown root:git /etc/gitea
sudo chmod 770 /etc/gitea
```
## 2. Binary installieren
```bash
VER=$(curl -s https://api.github.com/repos/go-gitea/gitea/releases/latest \
| python3 -c "import json,sys; print(json.load(sys.stdin)['tag_name'].lstrip('v'))")
curl -fLo /tmp/gitea "https://dl.gitea.com/gitea/${VER}/gitea-${VER}-linux-amd64"
sudo install -m 755 /tmp/gitea /usr/local/bin/gitea
gitea --version
```
## 3. systemd-Unit
Nach `/etc/systemd/system/gitea.service`:
```ini
[Unit]
Description=Gitea (Git with a cup of tea)
After=network.target
[Service]
User=git
Group=git
WorkingDirectory=/var/lib/gitea
ExecStart=/usr/local/bin/gitea web --config /etc/gitea/app.ini
Restart=always
RestartSec=5
Environment=USER=git HOME=/home/git GITEA_WORK_DIR=/var/lib/gitea
[Install]
WantedBy=multi-user.target
```
```bash
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now gitea
```
## 4. Ersteinrichtung
Gitea zunächst über nginx erreichbar machen (siehe `services/nginx/`), dann
`https://git.example.com` im Browser öffnen und den Installationsdialog
ausfüllen. Danach die Rechte auf `/etc/gitea` wieder einschränken:
```bash
sudo chmod 750 /etc/gitea
sudo chmod 640 /etc/gitea/app.ini
```
Das ist wichtig: `app.ini` enthält den `SECRET_KEY` und den
`INTERNAL_TOKEN`. Bleibt die Datei für alle lesbar, kann jeder lokale Benutzer
Sitzungen fälschen.
## 5. Wichtige Werte in `app.ini`
```ini
[server]
HTTP_PORT = 3001
ROOT_URL = https://git.example.com/
DOMAIN = git.example.com
SSH_PORT = 22
[database]
DB_TYPE = sqlite3
PATH = /var/lib/gitea/data/gitea.db
```
`ROOT_URL` muss stimmen, sonst erzeugt Gitea Klon-URLs und Weiterleitungen mit
falschem Hostnamen.
Nach der Ersteinrichtung sollte die offene Registrierung geschlossen werden:
```ini
[service]
DISABLE_REGISTRATION = true
```
## 6. Sicherung
```bash
sudo systemctl stop gitea
sudo tar czf gitea-$(date +%F).tar.gz /var/lib/gitea /etc/gitea/app.ini
sudo systemctl start gitea
```
Die SQLite-Datenbank sollte nicht im laufenden Betrieb kopiert werden.
Alternativ Giteas eigener Dump:
```bash
sudo -u git gitea dump --config /etc/gitea/app.ini
```
## Über die API arbeiten
Repository anlegen, ohne den Browser zu benutzen:
```bash
curl -u '<benutzer>:<passwort-oder-token>' \
-H "Content-Type: application/json" \
-X POST -d '{"name":"projekt","private":true,"default_branch":"main"}' \
https://git.example.com/api/v1/user/repos
```
Issue anlegen:
```bash
curl -u '<benutzer>:<token>' -H "Content-Type: application/json" \
-X POST -d '{"title":"Titel","body":"Beschreibung"}' \
https://git.example.com/api/v1/repos/<benutzer>/<repo>/issues
```
> Besser ein Zugriffstoken (Einstellungen → Anwendungen) statt des Passworts
> verwenden und den Geltungsbereich einschränken.
## Stolpersteine
| Symptom | Ursache |
|---|---|
| Falsche Klon-URLs | `ROOT_URL`/`DOMAIN` stimmen nicht |
| Ersteinrichtung schlägt fehl | `/etc/gitea` für den Benutzer `git` nicht schreibbar |
| `app.ini` weltlesbar | Rechte nach der Einrichtung nicht zurückgesetzt |
| Beschädigte Sicherung | SQLite im laufenden Betrieb kopiert |
+270
View File
@@ -0,0 +1,270 @@
# Matrix-Homeserver (Synapse)
Eigener Matrix-Server mit PostgreSQL, nginx als TLS-Terminierung und
Well-Known-Delegation, damit die Benutzer-IDs kurz bleiben.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Software | Synapse (Paket `matrix-synapse-py3` von packages.matrix.org) |
| Datenbank | PostgreSQL |
| Interner Listener | `127.0.0.1:8008` (kein TLS, das macht nginx) |
| Öffentlich | `https://matrix.example.com` |
| Benutzer-IDs | `@name:example.com` |
## Warum zwei Domains?
Das ist der Punkt, an dem die meisten Anleitungen unnötig kompliziert werden.
Der `server_name` ist der **hintere Teil jeder Benutzer-ID**. Setzt man ihn auf
`matrix.example.com`, heißen alle Benutzer `@name:matrix.example.com` unschön
und nicht mehr änderbar, denn der `server_name` lässt sich nachträglich **nicht**
umstellen, ohne alle Konten und Räume zu verlieren.
Deshalb:
- `server_name: example.com` → IDs lauten `@name:example.com`
- Synapse läuft aber auf `matrix.example.com`
- Zwei kleine JSON-Dokumente unter `https://example.com/.well-known/matrix/…`
verweisen andere Server und Clients dorthin
Die Apex-Domain muss dafür **nur diese zwei Dateien** ausliefern, sonst nichts.
## Voraussetzungen
- Debian/Ubuntu mit root-Rechten
- PostgreSQL
- nginx
- certbot
- DNS-A-Records auf den Server: `example.com`, `matrix.example.com`
## 1. Paketquelle und Installation
```bash
sudo install -d -m 0755 /etc/apt/keyrings
sudo curl -fsSL -o /etc/apt/keyrings/matrix-org-archive-keyring.gpg \
https://packages.matrix.org/debian/matrix-org-archive-keyring.gpg
# <suite> ist der Codename der Distribution, z. B. noble, trixie, resolute
echo "deb [signed-by=/etc/apt/keyrings/matrix-org-archive-keyring.gpg] \
https://packages.matrix.org/debian/ <suite> main" \
| sudo tee /etc/apt/sources.list.d/matrix-org.list
sudo apt-get update
```
Ob es für die eigene Distribution ein Paket gibt, lässt sich vorher prüfen:
```bash
curl -s https://packages.matrix.org/debian/dists/<suite>/main/binary-amd64/Packages \
| grep -E "^Package:|^Version:"
```
Installation. Der `server_name` wird per debconf vorbelegt, damit die
Installation nicht interaktiv nachfragt:
```bash
echo "matrix-synapse-py3 matrix-synapse/server-name string example.com" \
| sudo debconf-set-selections
echo "matrix-synapse-py3 matrix-synapse/report-stats boolean false" \
| sudo debconf-set-selections
sudo DEBIAN_FRONTEND=noninteractive apt-get install -y matrix-synapse-py3
```
> **Wichtig:** Der hier gesetzte `server_name` ist endgültig. Er landet in
> `/etc/matrix-synapse/conf.d/server_name.yaml`.
## 2. Datenbank
Synapse besteht auf `C`-Collation. Eine mit den üblichen `de_DE.UTF-8`-Vorgaben
angelegte Datenbank wird beim Start **abgelehnt**:
```bash
sudo -u postgres psql <<'SQL'
CREATE ROLE synapse_user LOGIN PASSWORD 'HIER-EIN-STARKES-PASSWORT';
CREATE DATABASE synapse
ENCODING 'UTF8'
LC_COLLATE='C'
LC_CTYPE='C'
template=template0
OWNER synapse_user;
SQL
```
Kontrolle unter `Collate`/`Ctype` muss `C` stehen:
```bash
sudo -u postgres psql -c "\l synapse"
```
## 3. Konfiguration
Eigene Einstellungen gehören nach `/etc/matrix-synapse/conf.d/`. Die
`homeserver.yaml` wird vom Paket verwaltet und bei Upgrades überschrieben.
Der von der Installation angelegte SQLite-Block in `homeserver.yaml` muss
entfernt oder auskommentiert werden, sonst kollidiert er mit der conf.d-Datei:
```bash
sudo sed -i '/^database:/,/database: \/var\/lib\/matrix-synapse\/homeserver.db/d' \
/etc/matrix-synapse/homeserver.yaml
```
Dann die Vorlagen aus diesem Verzeichnis kopieren und die Platzhalter füllen:
```bash
sudo cp conf.d/database.yaml.example /etc/matrix-synapse/conf.d/database.yaml
sudo cp conf.d/homelab.yaml.example /etc/matrix-synapse/conf.d/homelab.yaml
sudo chown root:matrix-synapse /etc/matrix-synapse/conf.d/*.yaml
sudo chmod 640 /etc/matrix-synapse/conf.d/*.yaml
```
### Secrets explizit setzen
Fehlen `macaroon_secret_key` und `form_secret`, leitet Synapse sie aus dem
Signing-Key ab und warnt beim Start. Wird der Signing-Key später ersetzt, sind
schlagartig **alle Access-Tokens ungültig**. Deshalb einmalig festlegen:
```bash
sudo tee /etc/matrix-synapse/conf.d/secrets.yaml >/dev/null <<EOF
macaroon_secret_key: "$(openssl rand -base64 48 | tr -d '\n')"
form_secret: "$(openssl rand -base64 48 | tr -d '\n')"
EOF
sudo chown root:matrix-synapse /etc/matrix-synapse/conf.d/secrets.yaml
sudo chmod 640 /etc/matrix-synapse/conf.d/secrets.yaml
```
Registrierungs-Secret separat ablegen, damit es nicht in einer YAML steht:
```bash
openssl rand -hex 32 | sudo tee /etc/matrix-synapse/registration_shared_secret >/dev/null
sudo chown root:matrix-synapse /etc/matrix-synapse/registration_shared_secret
sudo chmod 640 /etc/matrix-synapse/registration_shared_secret
```
Start:
```bash
sudo systemctl restart matrix-synapse
sudo systemctl status matrix-synapse
curl -s http://127.0.0.1:8008/_matrix/client/versions
```
## 4. nginx
`nginx/matrix.conf` nach `/etc/nginx/sites-available/` kopieren, verlinken und
ein Zertifikat holen:
```bash
sudo certbot certonly --webroot -w /var/www/html -d matrix.example.com
sudo ln -s /etc/nginx/sites-available/matrix.example.com \
/etc/nginx/sites-enabled/
sudo nginx -t && sudo systemctl reload nginx
```
Zwei Details in der Konfiguration sind nicht optional:
- `client_max_body_size` muss mindestens so groß sein wie `max_upload_size` in
Synapse, sonst brechen Uploads mit einem nginx-413 ab, bevor Synapse sie sieht.
- `proxy_read_timeout` muss großzügig sein. Clients halten `/sync` als
Long-Poll offen; beim nginx-Standard von 60 Sekunden reißt die Verbindung
ständig ab.
## 5. Well-Known-Delegation
Im vHost der **Apex-Domain** (`example.com`):
```nginx
location = /.well-known/matrix/server {
default_type application/json;
add_header Access-Control-Allow-Origin *;
return 200 '{"m.server": "matrix.example.com:443"}';
}
location = /.well-known/matrix/client {
default_type application/json;
add_header Access-Control-Allow-Origin *;
return 200 '{"m.homeserver": {"base_url": "https://matrix.example.com"}}';
}
```
Der `Access-Control-Allow-Origin`-Header ist beim Client-Dokument
zwingend ohne ihn verweigern Browser-Clients die Abfrage.
Prüfen:
```bash
curl -s https://example.com/.well-known/matrix/server
curl -s https://example.com/.well-known/matrix/client
```
## 6. Admin-Benutzer anlegen
Die Registrierung ist bewusst geschlossen (`enable_registration: false`), sonst
wird der Server binnen Tagen als Spam-Relay missbraucht. Benutzer werden per
Shared Secret angelegt.
`register_new_matrix_user` liest **nur** die mit `-c` übergebene Datei. Liegt
das Secret in `conf.d/`, findet es der Befehl nicht deshalb direkt übergeben:
```bash
SECRET=$(sudo cat /etc/matrix-synapse/registration_shared_secret)
sudo register_new_matrix_user -k "$SECRET" \
-u admin -p 'PASSWORT' -a http://127.0.0.1:8008
```
`-a` macht den Benutzer zum Server-Admin. Kontrolle:
```bash
sudo -u postgres psql -d synapse -c "SELECT name, admin FROM users;"
```
## 7. Funktionsprüfung
```bash
# Login über die öffentliche URL
curl -s -X POST https://matrix.example.com/_matrix/client/v3/login \
-H 'Content-Type: application/json' \
-d '{"type":"m.login.password",
"identifier":{"type":"m.id.user","user":"admin"},
"password":"PASSWORT"}'
# Föderation von außen prüfen (offizieller Tester)
curl -s "https://federationtester.matrix.org/api/report?server_name=example.com" \
| python3 -c "import json,sys; print('FederationOK:', json.load(sys.stdin)['FederationOK'])"
```
`FederationOK: True` ist das Ziel. Schlägt es fehl, liegt es fast immer an der
Well-Known-Datei oder an einer unvollständigen Zertifikatskette.
## Betrieb
```bash
sudo systemctl status matrix-synapse
sudo journalctl -u matrix-synapse -f
```
Datenbank sichern:
```bash
sudo -u postgres pg_dump -Fc synapse > synapse-$(date +%F).dump
```
Mitzusichern sind außerdem:
- `/etc/matrix-synapse/homeserver.signing.key` **ohne diesen Schlüssel ist der
Server für andere Server eine andere Identität.** Nicht ersetzbar.
- `/etc/matrix-synapse/conf.d/` enthält die Secrets
- `/var/lib/matrix-synapse/media` hochgeladene Dateien
## Stolpersteine
| Symptom | Ursache |
|---|---|
| Start bricht mit Collation-Fehler ab | Datenbank ohne `LC_COLLATE='C'` angelegt |
| „Config is missing macaroon_secret_key“ | `secrets.yaml` fehlt |
| Uploads scheitern mit 413 | `client_max_body_size` < `max_upload_size` |
| Clients verlieren dauernd die Verbindung | `proxy_read_timeout` zu klein |
| Föderation schlägt fehl | Well-Known falsch oder Zertifikatskette unvollständig |
| IDs lauten `@name:matrix.example.com` | `server_name` falsch gesetzt nicht mehr korrigierbar |
@@ -0,0 +1,12 @@
# -> /etc/matrix-synapse/conf.d/database.yaml (root:matrix-synapse, 0640)
database:
name: psycopg2
txn_limit: 10000
args:
user: synapse_user
password: HIER-DAS-DATENBANK-PASSWORT
dbname: synapse
host: 127.0.0.1
port: 5432
cp_min: 5
cp_max: 10
@@ -0,0 +1,51 @@
# -> /etc/matrix-synapse/conf.d/homelab.yaml (root:matrix-synapse, 0640)
#
# Liegt bewusst in conf.d: homeserver.yaml wird vom Paket verwaltet und bei
# Upgrades ueberschrieben.
# Synapse lauscht nur lokal; TLS und Port 443 uebernimmt nginx davor.
listeners:
- port: 8008
tls: false
type: http
x_forwarded: true
bind_addresses: ['127.0.0.1']
resources:
- names: [client, federation]
compress: false
public_baseurl: https://matrix.example.com/
# Offene Registrierung aus: sonst wird der Server als Spam-Relay missbraucht.
enable_registration: false
registration_shared_secret_path: /etc/matrix-synapse/registration_shared_secret
max_upload_size: 100M
url_preview_enabled: true
# Ohne diese Sperrliste laesst sich der Link-Vorschau-Dienst benutzen, um das
# interne Netz des Servers zu scannen.
url_preview_ip_range_blacklist:
- '127.0.0.0/8'
- '10.0.0.0/8'
- '172.16.0.0/12'
- '192.168.0.0/16'
- '100.64.0.0/10'
- '169.254.0.0/16'
- '::1/128'
- 'fe80::/64'
- 'fc00::/7'
# --------------------------- VoIP / TURN ----------------------------------
turn_uris:
- "turn:turn.example.com:3478?transport=udp"
- "turn:turn.example.com:3478?transport=tcp"
- "turns:turn.example.com:5349?transport=udp"
- "turns:turn.example.com:5349?transport=tcp"
# Muss exakt dem static-auth-secret in der turnserver.conf entsprechen.
turn_shared_secret: "HIER-DAS-TURN-SECRET"
turn_user_lifetime: 86400000
turn_allow_guests: false
trusted_key_servers:
- server_name: "matrix.org"
suppress_key_server_warning: true
@@ -0,0 +1,7 @@
# -> /etc/matrix-synapse/conf.d/secrets.yaml (root:matrix-synapse, 0640)
#
# Mit "openssl rand -base64 48" erzeugen. Fehlen die Werte, leitet Synapse sie
# aus dem Signing-Key ab; ein spaeterer Wechsel des Signing-Keys wuerde dann
# alle Access-Tokens ungueltig machen.
macaroon_secret_key: "HIER-EIN-ZUFALLSWERT"
form_secret: "HIER-EIN-ZUFALLSWERT"
@@ -0,0 +1,41 @@
# Synapse-Client- und Federation-API. Synapse selbst lauscht nur auf
# 127.0.0.1:8008; TLS und Port 443 macht nginx.
server {
listen 80;
listen [::]:80;
server_name matrix.example.com;
location /.well-known/acme-challenge/ { root /var/www/html; }
location / { return 301 https://$host$request_uri; }
}
server {
listen 443 ssl;
listen [::]:443 ssl;
http2 on;
server_name matrix.example.com;
ssl_certificate /etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/fullchain.pem;
ssl_certificate_key /etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/privkey.pem;
include /etc/letsencrypt/options-ssl-nginx.conf;
ssl_dhparam /etc/letsencrypt/ssl-dhparams.pem;
# Muss mindestens so gross sein wie max_upload_size in Synapse.
client_max_body_size 100M;
location ~ ^(/_matrix|/_synapse/client) {
proxy_pass http://127.0.0.1:8008;
proxy_set_header X-Forwarded-For $remote_addr;
proxy_set_header X-Forwarded-Proto $scheme;
proxy_set_header Host $host;
proxy_http_version 1.1;
# Long-Polling (/sync) darf nicht nach 60s abgeschnitten werden.
proxy_read_timeout 3600s;
proxy_send_timeout 3600s;
proxy_buffering off;
}
location / {
return 200 'Matrix homeserver. Web client: https://element.example.com\n';
default_type text/plain;
}
}
+128
View File
@@ -0,0 +1,128 @@
# nginx und TLS
nginx ist der einzige Dienst, der von außen erreichbar ist. Alle Anwendungen
lauschen nur auf `127.0.0.1` und werden von hier weitergereicht.
## Aufteilung
| Domain | Ziel |
|---|---|
| `example.com` | statische Seite + Matrix-Well-Known |
| `matrix.example.com` | Synapse auf `127.0.0.1:8008` |
| `element.example.com` | statische Dateien `/var/www/element` |
| `wiki.example.com` | Wiki.js auf `127.0.0.1:3000` |
| `git.example.com` | Gitea auf `127.0.0.1:3001` |
| `turn.example.com` | **kein** vHost coturn nutzt das Zertifikat direkt |
`turn.example.com` läuft bewusst nicht über nginx. coturn spricht kein HTTP; es
braucht nur ein gültiges Zertifikat für Port 5349. Der Name muss trotzdem in
einem Zertifikat stehen, deshalb wird er beim Ausstellen mit angegeben.
## Zertifikate
Ein Zertifikat für mehrere Namen:
```bash
sudo certbot certonly --webroot -w /var/www/html \
-d matrix.example.com -d element.example.com -d turn.example.com
```
Für die Erstausstellung muss Port 80 die ACME-Anfrage beantworten können:
```nginx
server {
listen 80;
server_name matrix.example.com element.example.com turn.example.com;
root /var/www/html;
location /.well-known/acme-challenge/ { allow all; }
}
```
Enthaltene Namen prüfen:
```bash
sudo openssl x509 -in /etc/letsencrypt/live/matrix.example.com/fullchain.pem \
-noout -ext subjectAltName
```
## Erneuerung
certbot erneuert automatisch. Dienste, die das Material **selbst** lesen (hier
coturn), merken das nicht sie halten es seit dem Start im Speicher. Deshalb
ein Deploy-Hook nach
`/etc/letsencrypt/renewal-hooks/deploy/10-reload-services.sh`:
```sh
#!/bin/sh
set -e
chgrp -R ssl-cert /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive || true
chmod -R g+rX /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive || true
find /etc/letsencrypt/archive -name 'privkey*.pem' -exec chmod 640 {} \; || true
systemctl reload nginx || true
systemctl restart coturn || true
```
Trockenlauf:
```bash
sudo certbot renew --dry-run
```
## Zertifikate für Nicht-HTTP-Dienste freigeben
Standardmäßig darf nur `root` den privaten Schlüssel lesen. Statt die Rechte
global zu öffnen, eine Gruppe verwenden und nur die betroffenen Dienstbenutzer
aufnehmen:
```bash
sudo groupadd -f ssl-cert
sudo usermod -aG ssl-cert turnserver
sudo chgrp -R ssl-cert /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive
sudo chmod -R g+rX /etc/letsencrypt/live /etc/letsencrypt/archive
sudo find /etc/letsencrypt/archive -name 'privkey*.pem' -exec chmod 640 {} \;
```
Gruppenmitgliedschaften wirken erst beim Start eines Prozesses danach ist ein
`restart` nötig, kein `reload`.
## Zwei wiederkehrende Fallstricke
**`add_header` wird nicht vererbt.** Sobald ein `location`-Block eine eigene
`add_header`-Direktive enthält, verliert er *alle* geerbten. Sicherheitsheader
gehören deshalb in ein Snippet, das in jeden betroffenen Block eingebunden wird:
```nginx
include /etc/nginx/snippets/element-security.conf;
```
**Zeitüberschreitungen bei Long-Polling.** Matrix-Clients halten `/sync` offen.
Mit dem Standardwert von 60 Sekunden bricht die Verbindung ständig ab:
```nginx
proxy_read_timeout 3600s;
proxy_send_timeout 3600s;
proxy_buffering off;
```
## Prüfen
```bash
sudo nginx -t
sudo systemctl reload nginx
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code}\n" https://example.com/
curl -s -o /dev/null -D - https://element.example.com/ | grep -iE '^x-|^strict'
```
## Firewall
Freizugeben: 80 und 443 TCP, dazu für coturn 3478 und 5349 (je TCP und UDP)
sowie 4915265535 UDP.
```bash
sudo ufw allow 80,443/tcp
sudo ufw allow 3478,5349/tcp
sudo ufw allow 3478,5349/udp
sudo ufw allow 49152:65535/udp
```
+131
View File
@@ -0,0 +1,131 @@
# Wiki.js
Wiki mit PostgreSQL-Backend, betrieben als systemd-Dienst hinter nginx.
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Software | Wiki.js 2.x (Node.js) |
| Öffentlich | `https://wiki.example.com` |
| Interner Port | `127.0.0.1:3000` |
| Datenbank | PostgreSQL (`wiki`) |
| Verzeichnis | `/opt/wikijs` |
## 1. Voraussetzungen
```bash
sudo apt-get install -y nodejs npm postgresql
node --version # Wiki.js 2.x braucht Node 18 oder neuer
```
## 2. Datenbank
```bash
sudo -u postgres psql <<'SQL'
CREATE ROLE wikijs LOGIN PASSWORD 'HIER-EIN-STARKES-PASSWORT';
CREATE DATABASE wiki OWNER wikijs;
SQL
```
## 3. Installation
```bash
sudo mkdir -p /opt/wikijs && cd /opt/wikijs
sudo curl -fLO https://github.com/Requarks/wiki/releases/latest/download/wiki-js.tar.gz
sudo tar xzf wiki-js.tar.gz
sudo rm wiki-js.tar.gz
sudo cp config.sample.yml config.yml
```
`config.yml` anpassen:
```yaml
port: 3000
bindIP: 127.0.0.1 # nur lokal; TLS macht nginx
db:
type: postgres
host: localhost
port: 5432
user: wikijs
pass: HIER-DAS-DATENBANK-PASSWORT
db: wiki
```
`bindIP: 127.0.0.1` ist wichtig sonst ist Wiki.js unter Port 3000 direkt aus
dem Internet erreichbar, am Reverse Proxy und dessen TLS vorbei.
## 4. systemd-Unit
Nach `/etc/systemd/system/wikijs.service`:
```ini
[Unit]
Description=Wiki.js
After=network.target postgresql.service
Wants=postgresql.service
[Service]
Type=simple
User=wikijs
Group=wikijs
WorkingDirectory=/opt/wikijs
ExecStart=/usr/bin/node server
Restart=on-failure
RestartSec=10
Environment=NODE_ENV=production
NoNewPrivileges=true
ProtectSystem=full
ReadWritePaths=/opt/wikijs
[Install]
WantedBy=multi-user.target
```
```bash
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now wikijs
sudo journalctl -u wikijs -f
```
## 5. Ersteinrichtung
`https://wiki.example.com` öffnen und Administrationskonto anlegen. Danach unter
**Administration → Groups → Guests** prüfen, welche Rechte nicht angemeldete
Besucher haben standardmäßig dürfen sie lesen.
## 6. Sicherung
Der gesamte Inhalt liegt in PostgreSQL:
```bash
sudo -u postgres pg_dump -Fc wiki > wiki-$(date +%F).dump
```
Zusätzlich `config.yml` sichern. Hochgeladene Dateien liegen je nach
Einstellung in der Datenbank oder unter `/opt/wikijs/data`.
## Inhalte exportieren
Für eine Übernahme in ein Git-Repository lassen sich die Seiten direkt aus der
Datenbank holen:
```bash
sudo -u postgres psql -d wiki -t -A -F'|' \
-c "SELECT id, path, title FROM pages ORDER BY id;"
sudo -u postgres psql -d wiki -t -A \
-c "SELECT content FROM pages WHERE id=<id>;" > seite.md
```
Wiki.js kann Inhalte auch fortlaufend nach Git spiegeln
(**Administration → Storage → Git**). Das ist der bessere Weg, wenn die
Dokumentation dauerhaft versioniert werden soll.
## Stolpersteine
| Symptom | Ursache |
|---|---|
| Wiki direkt über Port 3000 erreichbar | `bindIP` nicht auf `127.0.0.1` gesetzt |
| Start bricht ab | Datenbank nicht erreichbar oder falsches Passwort |
| Nach Update fehlen Inhalte | `config.yml` beim Austausch überschrieben |
| Wiki öffentlich lesbar | Rechte der Gruppe „Guests“ nicht eingeschränkt |